Herforder Firma Pixelspeed sieht wachsenden Markt für selbst gestaltete Fotobücher
Neue Westfälische - 10.09.2005
Text: Hartmut Braun
Herford. Die neue Firma heißt Pixelspeed, hat zwei Millionen Euro investiert und fünf Leute eingestellt. Jetzt schickt sie sich an, den noch jungen Markt für persönliche Fotobücher durcheinander zu wirbeln. Ihre Botschaft: Jeder kann digital gedruckte Fotoalben gestalten – zu bezahlbaren Preisen.
Pixelspeeds Zielgruppe sind die rund acht Millionen Besitzer einer Digitalkamera in Deutschland. Die wollen ihre Bilder oft nicht nur auf dem Computerbildschirm oder auf Fotopapier, sondern auch in Alben, Büchern oder Kalendern sehen.
Dafür bieten die Herforder ihnen im Internet jetzt kostenlos eine Layout-Software an. Damit können Bilder von Urlaub und Familienfeier, Klassenfahrt und Vereinsfest nach eigenen Vorstellungen am PC auf Buchseiten und Einband gebracht, mit Texten versehen und per E-Mail ins Druckzentrum an der Schrewestraße geschickt werden.
Dort werden die Seiten gedruckt, gebunden und für den Versand vorbereitet. "Nach drei oder vier Tagen haben die Auftraggeber im Normalfall das fertige Fotobuch in der Hand", sagt Kristina Gawriljuk.
Die Sache lohnt sich nicht nur bei hohen Auflagen: Auch Einzel-Exemplare sollen erschwinglich sein. Die Rede ist von Broschüren ab zwei und kleinen Büchern unter fünf Euro das Stück (ohne Versand).
Entstanden ist Pixelspeed in der DTS-Gruppe an der Heidestraße, die seit vielen Jahren als Dienstleister für die Druckindustrie firmiert und ihren Kunden damit den Weg ins digitale Zeitalter mit seinen hoch individuellen Möglichkeiten bahnen will. Hierbei tritt die neue Firma als Dienstleister im Hintergrund auf, während sie den Privatkundenmarkt direkt bearbeitet.
Mit ihrer hochkomplexen Software, "in der hundert Mann-Jahre Entwicklung stecken" (Geschäftsführer Gerd Düsdieker), fühlen die Pixelspeeder sich der Konkurrenz überlegen. Allein mit dem "Layouter" waren fünf Programmierer ein Jahr lang beschäftigt.
Gegründet wurde die GmbH im Frühjahr mit einem Eigenkapital von 550.000 Euro von DTS, fünf Mediendienstleistern und drei Finanzinvestoren. Bis 2007 plant man sechs weitere Druckzentren – die nächsten in Istanbul und St. Petersburg.
Am 3. September ließen die Geschäftsführer Düsdieker und Jörg Börstinghaus die Layout-Software ins Internet stellen. Eine Woche später hatten sich nach ihren Angaben bereits mehr als 500 Privatkunden angemeldet und die Software heruntergeladen.